Der Prinz ist Produktdesigner …

Das wusste ich nicht und das hat mich tatsächlich überrascht: Carl Philip, Prinz von Schweden ist Produktdesigner. Mit seinem Kompagnon Oscar Kylberg hat er ein wirklich schönes, kompostierbares Einweggeschirr entworfen. Es besteht zu 100% aus pflanzlichem Material.

Anmerkung 2025: Diese Produkte wurden scheinbar aus dem Programm genommen. Sie existieren weder auf der Website, noch sind die Instagram Posts verfügbar.

Das Besteck ist, wie viele Einwegbestecke aus CPLA, ist elegant geformt und sieht (zumindest auf den Fotos) aus wie Melamin. Laut Kylberg soll es bis zu zehnmal benutzbar sein.

Wikipedia -> Biokunststoff

Das Geschirr besteht aus Bagasse, das sind die faserigen Überreste der Zuckerfabrikation aus Zuckerrohr und Sorghumhirsen.

Weiterlesen

forcups von Birgitte Boesgaard

Birgitte Boesgaard hat bildende Kunst und Modedesignerin studiert. Sie arbeitet mit Textilien und Keramik, erstellt Skulpturen, Objekte und Schmuck.

Hier möchte ich ihre forcups vorstellen. Kleine Büsten – sind es Portraits? – die in Untertassen, Tassen oder Backförmchen leben und ganz keck Tassen, Deckel von Kaffeekannen oder Milchkännchen als Hüte tragen. Der Kerzenständer scheint die Dame mit der ausladenden Frisur zu erdrücken, während das Sake-Tässchen dem Herrn ganz pfiffig zu Gesichte steht. Die Dame in der Zahnstocherdose fühlt sich wohl etwas beengt und der Herr im grünen Hemd fühlt sich mit dem Kaffeetassen-Hut erhaben.

Birgitte Boesgaard - forcups Birgitte Boesgaard - forcups

Wunderbar, wie Geschirr so zu Modeaccessoires wird und den kleinen Persönlichkeiten ein zusätzliches Attribut verleiht. Kleider machen Leute – Geschirr offensichtlich auch.

 

Portion Distortion

Und wieder ein spannendes Projekt, das sich damit auseinandersetzt, wie sich Esswerkzeuge und Geschirr auf Essgewohnheiten und die Art des Essens auswirken: Portion Distortion vom niederländischen/mexikanischen Designstudio José de la O, erarbeitet von Dafne Ríos, beruht auf verschiedenen psychologischen Studien zum Thema Essstörung.

Maze Cover
Ein transluzender Deckel mit einem „Labyrinth“ verlangsamen das Essen und verhindern das reinschaufeln. Da das Gehirn ca. 20 Minuten baucht, um festzustellen, dass man satt ist, wird oft mehr gegessen, als der Körper braucht.

Portion Proportion
Die gepunkteten Muster auf Tellern und Schüsseln geben eine Referenz zur Portionsgröße (eine Hand voll), die Farben beziehen sich auf Proteine, Rohkost, Kohlenhydrate und Zucker.

Forks of Excess
Forschungen haben ergeben, dass eine schwere Metallgabel das Essen qualitativ hochwertiger erscheinen lässt, als beispielsweise Palstikbesteck. Es scheint, als würde sich die Qualität des Bestecks auf das Essen übertragen. Auch die Größe des Bestecks spielt eine Rolle. So wurde in Restaurants beobachtet, dass mit kleinem, zierlichem Besteck mehr gegessen wurde, als mit großem. Unter Laborbedingungen, wo die Testpersonen für das Essen nicht zahlen mussten, war es genau andersherum.

Hier wird das Projekt etwas ausführlicher besprochen (englisch).

 

Fantastisch: Atomteller

“Wandteller stehen für Heimat, Idylle, Nostalgie, für Windmühlen in Delfter Blau. Was Windmühlen früher waren, sind Atomkraftwerke heute: Energiebauwerke. Ihre ikonenhaften Silhouetten prägen die Landschaft und damit unser Heimatbild. Als Kathedralen einer technologischen Weltanschauung versprachen sie Unabhängigkeit und unendliches Wachstum. Sie sind Zeugnis ihrer Epoche, Relikte des Fortschritts und Zeichen einer Zeitenwende. Die Tage der Windmühlen sind längst vergangen und nun neigt sich die Dämmerung über die Ära der deutschen Atomkraft. Höchste Zeit also, Atomkraftwerke als das zu zeigen, was sie sind:
Denkmäler des Irrtums – Hoffnung von Gestern – Folklore von Morgen”

www.atomteller.de ->

Daily Menue

Lustige Idee von Kahla: Für jedes Gericht einen eigenen, passenden Teller zu gestalten. Es gibt 7 Teller aka Gerichte zur Auswahl. Aber was ist, wenn die Woche rum ist?

Die Info von Kahla zu dem Projekt:

“In everyday life, the dishes that make up and define our basic
food are often a little archetypal: ham / macaroni, chicken / fries,
chop / peas, breaded fish / rice.
“Daily Menu” is a collection of biomorphic plates that plays
with these clichés and accompanies us throughout the week. These plates
function as recipe cards to suggest meal ideas when lack of inspiration
strikes. Each day has its plate and each dish his plate!“

Dangerous Minds spottet darüber und meine innere Hausfrau fragt sich, wie lange man wohl braucht, um die wieder richtig sauber zu kriegen.

Die Präsentation bei der verantwortlichen Agentur 5c5 ist sehr schön, aber insgesamt hat sich das Projekt von 2010 wohl nicht durchgesetzt.

Restaurant sketch

Das sketch in London ist vermutlich das schrägste und aussergewöhnlichste “Restaurant” von dem ich je gehört habe. Ein Ort für Essen, Kunst und Musik, in dem man wie in eine Phantasiewelt eintauchen kann.
Zur Zeit wird die Galerie mit 239 Zeichnungen von David Shrigley bespielt und er hat auch eine bezaubernde Porzellanserie gestaltet.

David Shrigley at sketch from sketch. (Vimeo)