Passagen 2026 – Gemüse und Esswerkzeuge

Bei den diesjährigen Passagen gab es in der Pattenhalle wieder eine Ecke mit niederländischen Designer*innen, die sich alle mit Dingen rund ums Essen beschäftigen.

House of Thol hatte ich letztes Jahr schon entdeckt und über einige Produkte geschrieben.

Diese Jahr hatten sie noch zusätzlich ein Quartettspiel dabei, das sich mit der lagerung von Obst und Gemüse beschäftigt und viele Informationen zu Anbau, Wasserverbrauch, etc. bereithält.

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Rezepte des Überlebens – Eine Podcastempfehlung

Die Journalistin Iska Schreglmann hat im Nachlass ihrer Mutter ein Kochbuch von 1871 gefunden und begibt sich auf Spurensuche. Es geht um Hunger nach dem 2. Weltkrieg, wie sich auch Essgewohnheiten über Generationen durch Familien vermitteln und im dritten Teil kocht sie mit ihrem Sohn ein Rezept aus dem alten Kochbuch nach.

Ich finde hier drei Aspekte – die mich auch in anderen Bereichen beschäftigen – spannend:
Esskultur, nonverbale, über Generationen weitergegebene Traumata und Familienforschung.

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Passagen 2025 – House of Thol

Eins meiner Highlights auf den Passagen 2025 waren die Produkte von House of Thol. Die niederländischen  Designer*innen beschäftigen sich mit zukunftsfähigem Design. Zum Beispiel das sehr hübsche Bewässerungssystem für Zimmerpflanzen aus Glas und Ton, die hübsch gestaltete Messingscheibe Helios als Wachstumshilfe für für die Anzucht von Stecklingen, Zwiebeln und Kernen, oder das kleine Set Patella Crescenda , mit dem man Sprossen ziehen kann und das so hübsch ist, dass man es mit auf den gedeckten Tisch stellen kann, um seiner Mahlzeit ein frisches Topping hinzuzufügen.

Patera Magna

Sehr überzeugend fand ich die Patera Magna. Ein Tongefäß mit zwei Etagen, in dem man gleichzeitig alles Obst und Gemüse aufbewahren kann, auch solches, das Ethylen abgibt, was andere Sorten zur schnelleren Reifung bringt. Zudem kann die Schale mit Wasser gefüllt werden und sie kühlt somit sanft durch Verdunstungskühle.

 

Ausstellung im HfG-Archiv: “al dente – Pasta & Design”

Wo ich schon einmal in Ulm war, war ein Besuch bei der ehemaligen Hochschule für Gestaltung – der legendären HfG – als Designerin natürlich Pflicht. Heute ist hier u. a. das HfG-Archiv/Museum Ulm  untergebracht und dort gibt es eine ständige Ausstellung zur Geschichte der Hochschule. Viele der Produkte, die dort entstanden sind, sind bis heute Design Ikonen, wie zum Beispiel meine absolute Lieblingsküchenuhr, 1957 von Max Bill und Ernst Moeckl für Junghans entworfen oder das Stapelgeschirr TC 100 von Hans (Nick) Roericht.

Aber auf die Idee gekommen, das HfG-Archiv zu besuchen, bin ich, weil ich irgendwo las, dass dort gerade die Ausstellung “al dente – Pasta & Design” gezeigt wird. Ein Thema für den Kunststrudel!

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Museum Brot und Kunst – don’t call me brotmuseum

Ich weiß nicht mehr, wann ich vom Museum für Brot und Kunst erfuhr, aber ich folge schon eine ganze Weile auf Instagram. Ulm ist von Köln nicht gerade um die Ecke, aber vor ein paar Wochen habe ich den Entschluss gefasst, dort endlich mal hinzufahren. Auslöser war die Sonderausstellung “mindestens haltbar bis” von Honey & Bunny (Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter). Die Arbeit der beiden verfolge ich auch schon einige Jahre – hier und hier – und ich wollte die nun endlich mal auch in der Real sehen und nutze das letzte Wochenende, an dem die Ausstellung zu sehen war.

(Keine Bilder aus der Ausstellung wegen der Unsichtbarkeitsmaschine aka VG Bild Kunst)

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Rückblick Seminarteilnahme: Kochbücher und Zeitgeschichte

Als ich über Regina Frisch auf ihr Seminar “Kochbücher und Zeitgeschichte!?“ aufmerksam wurde, war ich sehr entzückt und habe sofort gebucht. Bei jedem Programmpunkt jubelte ich innerlich. Ganz wie für mich gemacht. Das war mir absolut eine viereinhalbstündige Fahrt nach Lichtenfels-Schney wert.

2016 begegnete mir Regina Frisch im Internet, als sie ein Crowdfunding für ihr Buch “Biografie eines Kochbuchs” startete. Das habe ich natürlich gerne unterstützt. Irgendwann tauchte sie auch auf Instagram auf und letztes Jahr haben wir uns auch mal persönlich kennengelernt. Ich verfolge ihre Kochbuch-Forschungen und finde das super spannend. Nicht nur, dass sie weiterhin die Geschichte des Bayerischen Kochbuchs weiterverfolgt, inzwischen analysiert sie u. a. auch Kriegs- und Kolonialkochbücher.

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Genuss in der Wallonie

Nun mache ich hier ausnahmsweise das, was hier normalerweise nicht stattfindet: Über Restaurants und Restaurantessen schreiben. Aber natürlich streifen wir das Thema Esskultur.

Anfang Mai war ich mit den beiden anderen Herbergsmütter Anke von Heyl und Wibke Ladwig auf Einladung von Belgien Tourismus Wallonie wieder auf #KultourWallonie. Genuss spielt hier natürlich auch immer eine Rolle.

Über das formidable Frühstück in meinem B&B in Chimay hatte ich schon hier geschrieben.

gedeckter Frühstückstisch

gedeckter Frühstückstisch

Ich hatte für alle drei Abende, die ich in Chimay war, eine Reservierung in jeweils drei verschiedenen Restaurants.

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Krankenhausessen

Ich war gut zwei Tage im Krankenhaus. Essenstechnisch habe ich nichts erwartet und dafür war es dann eigentlich auch gar nicht so schlecht.

Ich war da in der Holzklasse und konnte dennoch jeden Tag zwischen zwei oder drei Mittagessen auswählen. Bei der Aufnahme wird man schon gefragt, ob man irgendwelche Besonderheiten hat (vegetarisch, vegan)

Kleine Anekdote: Meine Zimmergenossin war Veganerin. Sie bekam am zweiten Tag ein normales Frühstück mit Wurst und Käse. Als sie sagte, dass sie eigentlich vegan bestellt hatte, sagte die Schwester, dass sie ihr noch Marmelade und Nutella (!) bringen könne. Dann fiel der Genossin wieder ein, dass sie ja eigentlich nur Flüssiges essen sollte. Nun war die Schwester ratlos, dann ginge ja nur Suppe. Ich schlug vor, man könne doch einen dünnen Grießbrei machen. Die Schwester: „Aber doch nicht mit Milch!“ Ich: „Da gibt es doch Ersatzprodukte.“ Sie schaute verweifelt und meinte: „Dann geht ja nur Wasser.“

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Eine deutsche Bio Bäckerei in Japan

Brot gehört nicht zur traditionellen japanischen Ernährung. Es kam in den 50er Jahren in Form von Toastbrot (via Weizenimporte der Amerikaner) ins Land und ist seither als „traditionelles“ Frühstück beliebt.

Über einen guten Bekannten, word©onsume, der selber eine Zeit in Japan lebte und dort u. a. Deutsch unterrichtete, wurde ich auf den Instagram-Account von Ai Kosaka aufmerksam, genau zu dem Zeitpunkt, als sie in Nomi, einer japanischen Kleinstadt in der Präfektur Ishikawa, eine Bäckerei baute. Das fand ich so faszinierend, dass ich ihr gleich folgte. Ich habe via Instagram die Bauarbeiten mitverfolgt und inzwischen ist es ein hübsches, kleines florierendes Unternehmen geworden.

Ai Kosaka hat das ganze Bauprojekt inklusive Grundstückskauf mit Bank-Darlehen finanziert und ihr Marketingkonzept durch Crowdfunding finanziert. Diese Kampagne lief wohl auch ausserordentlich erfolgreich.

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Löffelbord im Freilichtmuseum Kommern

Der Löffel ist sicher das älteste Esswerkzeug, gestaltet nach dem Vorbild einer hohlen Hand.

Schon in der Steinzeit schnitzte man sich Esshilfen aus Holz oder Horn und der Holzlöffel war bis zur industriellen Revolution, als man Metalllöffel kostengünstig in großen Mengen herstellen konnte, der Standard. (Mir persönlich verursacht schon alleine die Vorstellung Gänsehaut, ich kann überhaupt kein Holz in den Mund nehmen, auch nichts von einem hölzernen Kochlöffel ablecken. Brrrr.) Also war der Löffel bis dahin ein relativ wertvoller Besitz.

Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Löffeln in unterschiedlichsten Formen und aus vielerlei Materialien. Auch für die verschiedensten Speisen und Getränke gibt es jeweils passende Löffel: Kaffee, Tee, Eier, Suppe, Eis, Dessert, etc. Ich habe mal meine Löffel gezählt, ich besitze sage und schreibe gut 110 Stück.

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