Passagen 2026 – Gemüse und Esswerkzeuge

Bei den diesjährigen Passagen gab es in der Pattenhalle wieder eine Ecke mit niederländischen Designer*innen, die sich alle mit Dingen rund ums Essen beschäftigen.

House of Thol hatte ich letztes Jahr schon entdeckt und über einige Produkte geschrieben.

Diese Jahr hatten sie noch zusätzlich ein Quartettspiel dabei, das sich mit der lagerung von Obst und Gemüse beschäftigt und viele Informationen zu Anbau, Wasserverbrauch, etc. bereithält.

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Genuss in der Wallonie

Nun mache ich hier ausnahmsweise das, was hier normalerweise nicht stattfindet: Über Restaurants und Restaurantessen schreiben. Aber natürlich streifen wir das Thema Esskultur.

Anfang Mai war ich mit den beiden anderen Herbergsmütter Anke von Heyl und Wibke Ladwig auf Einladung von Belgien Tourismus Wallonie wieder auf #KultourWallonie. Genuss spielt hier natürlich auch immer eine Rolle.

Über das formidable Frühstück in meinem B&B in Chimay hatte ich schon hier geschrieben.

gedeckter Frühstückstisch

gedeckter Frühstückstisch

Ich hatte für alle drei Abende, die ich in Chimay war, eine Reservierung in jeweils drei verschiedenen Restaurants.

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Krankenhausessen

Ich war gut zwei Tage im Krankenhaus. Essenstechnisch habe ich nichts erwartet und dafür war es dann eigentlich auch gar nicht so schlecht.

Ich war da in der Holzklasse und konnte dennoch jeden Tag zwischen zwei oder drei Mittagessen auswählen. Bei der Aufnahme wird man schon gefragt, ob man irgendwelche Besonderheiten hat (vegetarisch, vegan)

Kleine Anekdote: Meine Zimmergenossin war Veganerin. Sie bekam am zweiten Tag ein normales Frühstück mit Wurst und Käse. Als sie sagte, dass sie eigentlich vegan bestellt hatte, sagte die Schwester, dass sie ihr noch Marmelade und Nutella (!) bringen könne. Dann fiel der Genossin wieder ein, dass sie ja eigentlich nur Flüssiges essen sollte. Nun war die Schwester ratlos, dann ginge ja nur Suppe. Ich schlug vor, man könne doch einen dünnen Grießbrei machen. Die Schwester: „Aber doch nicht mit Milch!“ Ich: „Da gibt es doch Ersatzprodukte.“ Sie schaute verweifelt und meinte: „Dann geht ja nur Wasser.“

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Löffelbord im Freilichtmuseum Kommern

Der Löffel ist sicher das älteste Esswerkzeug, gestaltet nach dem Vorbild einer hohlen Hand.

Schon in der Steinzeit schnitzte man sich Esshilfen aus Holz oder Horn und der Holzlöffel war bis zur industriellen Revolution, als man Metalllöffel kostengünstig in großen Mengen herstellen konnte, der Standard. (Mir persönlich verursacht schon alleine die Vorstellung Gänsehaut, ich kann überhaupt kein Holz in den Mund nehmen, auch nichts von einem hölzernen Kochlöffel ablecken. Brrrr.) Also war der Löffel bis dahin ein relativ wertvoller Besitz.

Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Löffeln in unterschiedlichsten Formen und aus vielerlei Materialien. Auch für die verschiedensten Speisen und Getränke gibt es jeweils passende Löffel: Kaffee, Tee, Eier, Suppe, Eis, Dessert, etc. Ich habe mal meine Löffel gezählt, ich besitze sage und schreibe gut 110 Stück.

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Menükarten beflügeln die Phantasie

Buchcover "Wohl bekam's"

Wann habt Ihr das letzte mal eine Menükarte in den Händen gehalten? Bei mir war es wahrscheinlich vor über 20 Jahren, beim runden Geburtstag der Mutter einer Freundin. Ganz sicher aber Mitte der 70er Jahre, als einer meiner Onkel heiratete. Die Hochzeit fand in einem Schloss in oder in der Nähe von Bad Ems statt und ich erinnere mich noch daran, dass es Schildkrötensuppe gab. Das ginge ja heutzutage gar nicht mehr, aber als Kind fand ich das hochinteressant und ich meine mich zu erinnern, dass sie wie eine sehr kräftige Bouillon schmeckte.

Also, ich bewege mich nicht in den Kreisen, in denen Menükarten oft stattfinden.

Tobias Roth und Moritz Rauchhaus haben im kleinen feinen Verlag DAS KULTURELLE GEDÄCHTNIS das wunderbare Buch “Wohl bekam’s – in hundert Menus durch die Weltgeschichte” herausgebracht.

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Der Prinz ist Produktdesigner …

Das wusste ich nicht und das hat mich tatsächlich überrascht: Carl Philip, Prinz von Schweden ist Produktdesigner. Mit seinem Kompagnon Oscar Kylberg hat er ein wirklich schönes, kompostierbares Einweggeschirr entworfen. Es besteht zu 100% aus pflanzlichem Material.

Anmerkung 2025: Diese Produkte wurden scheinbar aus dem Programm genommen. Sie existieren weder auf der Website, noch sind die Instagram Posts verfügbar.

Das Besteck ist, wie viele Einwegbestecke aus CPLA, ist elegant geformt und sieht (zumindest auf den Fotos) aus wie Melamin. Laut Kylberg soll es bis zu zehnmal benutzbar sein.

Wikipedia -> Biokunststoff

Das Geschirr besteht aus Bagasse, das sind die faserigen Überreste der Zuckerfabrikation aus Zuckerrohr und Sorghumhirsen.

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Besteck „Homemade Schizophrenia“ von Firdaws Fourcroy

Das Besteck „Homemade Schizophrenia“ von Firdaws Fourcroy setzt sich mit dem auseinander, was normal ist und was nicht.

Fourcroy hat lange mit einer Person zusammengearbeitet, die zuerst als manisch-depressiv diagnostiziert war und der dann eine schizoaffektive Störung diagnostiziert wurde.

Zusätzlich zu Symptomen einer affektiven Störung wie Depression oder Manie treten hier Symptome aus dem schizophrenen Formenkreis wie Wahn oder Halluzinationen auf. [Wikipedia]

Fourcroy fand, dass der Fokus bei der Behandlung zu sehr auf dem „abnormalen“ Verhalten der Patientin lag, anstatt auf dem Schmerz, den sie empfand und wo die Ursachen lagen. Es ging nur darum, ihr Verhalten zu „normalisieren“
Das war der Ausgangspunkt zu überlegen, was wir als normal definieren.

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Fantastisch: Atomteller

“Wandteller stehen für Heimat, Idylle, Nostalgie, für Windmühlen in Delfter Blau. Was Windmühlen früher waren, sind Atomkraftwerke heute: Energiebauwerke. Ihre ikonenhaften Silhouetten prägen die Landschaft und damit unser Heimatbild. Als Kathedralen einer technologischen Weltanschauung versprachen sie Unabhängigkeit und unendliches Wachstum. Sie sind Zeugnis ihrer Epoche, Relikte des Fortschritts und Zeichen einer Zeitenwende. Die Tage der Windmühlen sind längst vergangen und nun neigt sich die Dämmerung über die Ära der deutschen Atomkraft. Höchste Zeit also, Atomkraftwerke als das zu zeigen, was sie sind:
Denkmäler des Irrtums – Hoffnung von Gestern – Folklore von Morgen”

www.atomteller.de ->

Vintage Food – 60ies

Emily Marshall ist Foodstylistin bei der ABC Serie “The Astronaut Wives Club”, die ich nicht kenne, aber den Bildern nach zu urteilen ist die genauso fabelhaft akribisch ausgestattet wie Mad Men oder Masters of Sex. Offensichtlich spielt Essen eine große Rolle in der Serie und die Aufgabe von Emily Marshall ist es, diese zum Teil unglaublichen Gerichte aus den sechziger Jahren zu kreieren. Sie beschreibt es selber so urkomisch, dass es eine helle Freude ist. Zum beispiel die Crown Roast of Frankfurters, ein Gericht der Weight Watchers (!).

Because it’s just a bizarre Weight Watchers recipe from 1969. Don’t ask
me how cabbage salad and hot dogs is diet food, but that’s what Weight
Watchers thought it was.

Man macht sich ja keine Vorstellung davon, was es bedeutet, Foodstylistin an einem Filmset zu sein. Sich ein passendes Gerichte auszudenken, wenn im Skript steht “Marge bereitet einen Snack zu” und auch die unterschiedlichen Gerichte und Zubereitungsarten, den Charakteren zuzuordnen.

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I wish there was a color for active listening.

Lesenswert: Der Tumblr drawingcircles von Alex Todaro über seine Diplomarbeit zum Thema EatingDesign mit vielen weiterführenden Links.  Kernstück der Arbeit ist ein interaktiver Esstisch, der die Kommunikation während des Essens visualisiert.

My recent research has led me down a strong path of theory and criticism. More specifically I’ve been looking into deconstructing objects into more nuanced criteria beyond aesthetics and functionality. “Para-functionality” is a form of design where function is used to encourage reflection on how products condition our behavior.

Para”Suggests design is within the realm of utility but goes beyond conventional definitions of functionalism to include the poetic. 

This idea begins to break down the barriers of Recognize: Respond. Implicitly ‘recognition’ denotes a form of relying on a previous understanding of an object and it’s relationship to different behaviors. An easy example is the telephone. Before the iphone, we could look at any phone and easily stereotype it’s behavior. However once the iphone was made, or any mobile telephone for that matter we could no longer simply recognize it, a transition into perception was necessary to modify our previously held beliefs allowing for new possibilities for our relationships with the object.