Museum Brot und Kunst – don’t call me brotmuseum

Ich weiß nicht mehr, wann ich vom Museum für Brot und Kunst erfuhr, aber ich folge schon eine ganze Weile auf Instagram. Ulm ist von Köln nicht gerade um die Ecke, aber vor ein paar Wochen habe ich den Entschluss gefasst, dort endlich mal hinzufahren. Auslöser war die Sonderausstellung “mindestens haltbar bis” von Honey & Bunny (Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter). Die Arbeit der beiden verfolge ich auch schon einige Jahre – hier und hier – und ich wollte die nun endlich mal auch in der Real sehen und nutze das letzte Wochenende, an dem die Ausstellung zu sehen war.

(Keine Bilder aus der Ausstellung wegen der Unsichtbarkeitsmaschine aka VG Bild Kunst)

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Eat Design von Honey & Bunny

eat design, Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter, Foto: Ulrike Köb

eat design, Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter, Foto: Ulrike Köb

Der Löffel war einst ein wertvoller Besitz, den man nach dem Tod vererbte. Man gab also den Löffel ab.

Die Gabel stammt ursprünglich aus dem Orient, wo man sie benutzte, um klebriges Konfekt zu verspeisen. Im 11. Jahrhundert gelangte sie über Byzanz nach Europa und wurde zunächst von wenigen italienischen Adeligen benutzt. Ende des 16. Jahrhunderts wurde sie am französischen Hof als offizielles Tischgerät eingeführt. Die Kirche verdammte das Essgerät als Teufelsspieß  und klassifizierte seine Verwendung als Sünde. Selbst Martin Luther warnte vor der Gabel.

Das Messer ist eine Waffe, Arbeitsgerät, Ausdruckmittel für Hierarchie und Statussymbol. Individuelles Essgerät ist es erst seit ca. 500 Jahren und das auch nur in der westlichen Welt. Ursprünglich war es nur den Königen und Fürsten vorbehalten bei Tisch das Fleisch mit dem Messer zu zerteilen. In konservativen Haushalten tranchiert auch heute noch der Mann, was die Frau zubereitet hat.

Das sind drei kleine Beispiel aus dem umfassenden und grandiosen Buch “eat design” von Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter und aka Honey & Bunny. Die beiden gelernten Architekten führen seit 2003 ein interdisziplinäres Designstudio und beschäftigen sich hauptsächlich mit Food und Eat Design.

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Honey & Bunny – Food Performance und Eatdesign

Honey & Bunny – das sind Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter, von Haus aus  Architekten, die sich natürlich auch mit Design auseinandersetzen. Aus einem persönlichen Interesse an Fooddesign stellten sie irgendwann fest, dass es kein vernünftiges Buch zum Thema gab und haben kurzerhand selber eins geschrieben. Fooddesign und Fooddesign XL gehören seither mit zu den deutschspachigen Standardwerken zum Thema.

In ihren Arbeiten beschäftigen sie sich schwerpunktmäßig mit der Art wie wir was essen, Tischkultur und -sitten, aber auch mit unserem Umgang mit Nahrungsmitteln. Sie beleuchten kritisch die (industrielle) Nahrungsproduktion und engagieren sich für Nachhaltigkeit.
Was mir an den Arbeiten von Honey und Bunny besonders gut gefällt ist, dass sie fast  immer theatral und performativ und mit starken Bildern arbeiten.

2012 dekonstruierten sie bei einer Eat Art Performance Esstisch und -werkzeuge. Im gleichen Jahr haben sie in einer Performance Mailand  „Fooddesign“ unter die Lupe genommen und auf satirische Art Designer, Chemiker, Mediziner und Konsumenten in ihrem Umgang mit Nahrungsmitteln portraitiert – vielleicht eher karikiert.

 

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EAT YOU // performance von Honey & Bunny

Performance von Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter aka Honey & Bunny in Kooperation mit Linda Zlok bei “Thinking Food Design” im Rahmen der Paris Design Week 2015.
Unter dem Video steht ein lesenswerter erläuternder Text zum Hintergrund der Performance.