Workshop: Essen und Performance

Die Bundesakademie für Kulturelle Bildung veranstaltete im April ein Kulturcamp (nein, es war kein Barcamp) unter dem Motto „Ausgekocht“. Es ging um Essen und Kunst. Fünf Workshops waren geplant, die sich in unterschiedlichen Disziplinen mit dem Thema Essen beschäftigen wollten. Ich war sehr glücklich, am Workshop „Essen und Performance“ teilzunehmen, vereinen sich hier zwei meiner Leidenschaften. Mehr Deckel auf Topf geht nicht.

Den Workshop leitete Malte Pfeiffer, Mitglied des Performancekollektivs Fräuleinwunder AG, die ganz großartige Arbeiten machen. Sie „integrieren Arbeitsweisen ethnographischer Feldforschung in ihre kulturwissenschaftliche und ästhetische Praxis, sammeln im Selbstexperiment Wissen, Aktions- und Bildmaterial aus sozialen Feldern für den Probenprozess und setzen diese dann in ein Spannungsgefüge zu Motiven der Populären Kultur.“ Zum Thema Essen haben sie 2013 „Ein Bankett für Tiere“ inszeniert.

Wie es sich gehört begann der Workshop am Sonntagnachmittag mit ordentlichem Auffwärmen und einer kurze Vorstellungsrunde, mit jeweils drei Aussagen über sich, wovon eine nicht wahr sein sollte. Ich fand es wahnsinnig schwierig mir ad hoc etwas über mich auszudenken, was nicht stimmt und habe mich in meinen Satzbauten so verheddert, dass mit hinterher auffiel, dass alles wahr war.

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Arpad Dobriban – Wartesystem 7

Die Pardo Bar - vorher/nachher

Die Pardo Bar – vorher/nachher

Auf Arpad Dobriban wurde ich zum ersten Mal aufmerksam, als mir 2014 dieses Video vor die Füße fiel. Viele Dinge, die Arpad Dobriban da anspricht fand ich hochinteressant, konnte es aber erstmal nicht verwerten und legte es beiseite.

Vor ein paar Monaten erfuhr ich, dass er in der Kunstsammlung NRW/K21 Ständehaus eine Art Ausstellung hat. Tatsächlich bespielt er dort seit September 2016 das Museumsrestaurant – die Pardo Bar. Zusätzlich gibt es an vier Terminen eine kommentierte Speisefolge. Als ich mich dann anmelden wollte, waren alle Termine schon ausgebucht, durch einen glücklichen Zufall ergatterte ich noch einen Platz über die Warteliste.

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Honey & Bunny – Food Performance und Eatdesign

Honey & Bunny – das sind Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter, von Haus aus  Architekten, die sich natürlich auch mit Design auseinandersetzen. Aus einem persönlichen Interesse an Fooddesign stellten sie irgendwann fest, dass es kein vernünftiges Buch zum Thema gab und haben kurzerhand selber eins geschrieben. Fooddesign und Fooddesign XL gehören seither mit zu den deutschspachigen Standardwerken zum Thema.

In ihren Arbeiten beschäftigen sie sich schwerpunktmäßig mit der Art wie wir was essen, Tischkultur und -sitten, aber auch mit unserem Umgang mit Nahrungsmitteln. Sie beleuchten kritisch die (industrielle) Nahrungsproduktion und engagieren sich für Nachhaltigkeit.
Was mir an den Arbeiten von Honey und Bunny besonders gut gefällt ist, dass sie fast  immer theatral und performativ und mit starken Bildern arbeiten.

2012 dekonstruierten sie bei einer Eat Art Performance Esstisch und -werkzeuge. Im gleichen Jahr haben sie in einer Performance Mailand  „Fooddesign“ unter die Lupe genommen und auf satirische Art Designer, Chemiker, Mediziner und Konsumenten in ihrem Umgang mit Nahrungsmitteln portraitiert – vielleicht eher karikiert.

 

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EAT YOU // performance von Honey & Bunny

Performance von Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter aka Honey & Bunny in Kooperation mit Linda Zlok bei “Thinking Food Design” im Rahmen der Paris Design Week 2015.
Unter dem Video steht ein lesenswerter erläuternder Text zum Hintergrund der Performance.

 

 

Wie schmecken Gemälde?

Die südafrikanische EatDesignerin Caro de Waal hat zum zweiten Geburtstag des New Church Museum of Contemporary Art in Kapstadt eine Installation kreiert, bei der sie die abstrakten Gemälde in Food übersetzt hat. Inspiriert von den Farben und Formen der Bilder, hat sie Speisenkompositionen erstellt, die selber wie Kunstwerke scheinen, aber natürlich aufgegessen wurden.

 

 

Ken + Julia Yotani

Die Installationen der beiden setzen sich mit dem Menschen, der Natur und seiner Umwelt auseinander. Sie bieten niedrigschwelligen Zugang und sprechen alle Sinne an. Seit 2010 arbeiten sie mit Salz und haben eine Technik entwickelt, mit der sie Abgüsse herstellen können.

Das Salz stammt aus dem Murray-Darling-Becken, was auch Australiens “Food-bowl” genannt wird, denn es ist die größte fruchtbare Region des Kontinents. Es werden dort jährlich 550.000 Tonnen Salz aus dem Grundwasser gepumpt.

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SilikonValley – ein soziales Plastik

Vom 19.-22. Februar 2015 war im Matjö die Ausstellung  Silikonvalley – ein soziales Plastik zu sehen. Die vier Künst­le­rinnen Liza Dieck­wisch, Julia Gruner, Klara Kayser und Palina Vetter, die an der Kunst­aka­demie Düsseldorf bei Katharina Grosse und Andreas Gursky studieren, verwandelten den Projektraum des BBK  in eine begehbare Plastikwelt.

Eine Auseinandersetzung mit Material, Farbe und  Oberfläche.

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Sehr schräge Bewegung aus Korea: Mokbang

Mokbang – das Kunstwort ist eine Zusammensetzung aus essen und senden. Menschen sitzen in ihren Miniappartements, kochen und  essen live vor der Webcam, andere schauen zu und bezahlen sogar dafür.
The Diva ist offensichtlich ein Mokbang Star. Sie kocht, isst, schmatzt, schlürft und beantwortet dabei Fragen die ihr aus der Community gestellt werden.
“Eine faszinierende Form von Gastro-Voyeurismus”, schreibt Deb Amien in Ihrer Kolumne.

Laut “Die Welt” gibt Park Seo-Yeon aka The Diva im Monat 4000$ für Lebensmittel aus, verdient beim Mokbang aber 9000$.

[Ich denke über einen Berufswechsel nach ….]

 

Rotating Kitchen – Eating the Universe

Die Rotating Kitchen von Zeger Reyers bei der Eröffnung „Eating the Univers“ am 28. No­vem­ber 2009 in der Kunsthalle Düsseldorf.

Und so sah das ein paar Tage später aus

Die Ausstellung lief in der Kunsthalle Düsseldorf vom 28.11.2009-28.2.2010