Museum Brot und Kunst – don’t call me brotmuseum

Ich weiß nicht mehr, wann ich vom Museum für Brot und Kunst erfuhr, aber ich folge schon eine ganze Weile auf Instagram. Ulm ist von Köln nicht gerade um die Ecke, aber vor ein paar Wochen habe ich den Entschluss gefasst, dort endlich mal hinzufahren. Auslöser war die Sonderausstellung “mindestens haltbar bis” von Honey & Bunny (Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter). Die Arbeit der beiden verfolge ich auch schon einige Jahre – hier und hier – und ich wollte die nun endlich mal auch in der Real sehen und nutze das letzte Wochenende, an dem die Ausstellung zu sehen war.

(Keine Bilder aus der Ausstellung wegen der Unsichtbarkeitsmaschine aka VG Bild Kunst)

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Krankenhausessen

Ich war gut zwei Tage im Krankenhaus. Essenstechnisch habe ich nichts erwartet und dafür war es dann eigentlich auch gar nicht so schlecht.

Ich war da in der Holzklasse und konnte dennoch jeden Tag zwischen zwei oder drei Mittagessen auswählen. Bei der Aufnahme wird man schon gefragt, ob man irgendwelche Besonderheiten hat (vegetarisch, vegan)

Kleine Anekdote: Meine Zimmergenossin war Veganerin. Sie bekam am zweiten Tag ein normales Frühstück mit Wurst und Käse. Als sie sagte, dass sie eigentlich vegan bestellt hatte, sagte die Schwester, dass sie ihr noch Marmelade und Nutella (!) bringen könne. Dann fiel der Genossin wieder ein, dass sie ja eigentlich nur Flüssiges essen sollte. Nun war die Schwester ratlos, dann ginge ja nur Suppe. Ich schlug vor, man könne doch einen dünnen Grießbrei machen. Die Schwester: „Aber doch nicht mit Milch!“ Ich: „Da gibt es doch Ersatzprodukte.“ Sie schaute verweifelt und meinte: „Dann geht ja nur Wasser.“

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Buchbesprechung: The Sausage of the Future

Carolien Niebling ist eine niederländische Produktdesignerin, die sich auf das arbeiten mit Nahrungsmitteln spezialisiert hat. Ihr Langzeit Forschungsprojekt „The Future Sausage“ mündete in einem Buch, dessen produktion sie über Crowdfunding finanziert hat. Ihre Mission ist es, den Fleischkonsum zu reduzieren – mit bestehenden Materialien und Produktionen.

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Brutal schön – auch beim Essen

Brutal schön – da kann das Thema Essen nicht aussen vor bleiben. Die Arbeiten von Ron From zeigen schon auf wunderbare Weise, wie man mit Nahrungsmitteln brutale Umstände subtil be- und verarbeiten kann.

Es gab noch zwei weitere Arbeiten zum Thema Ernährung und Design, bei denen es beide um Hühner geht.

Der niederländische Designer Dave Hakkens ist mit mehreren Arbeiten in der Ausstellung vertreten. Unter anderem hat er eine Videoplattform ins Leben gerufen, die den programmatischen Namen Story Hopper hat und auf der Geschichten und Ideen geteilt werden können, die die Welt ein bisschen besser machen. Eine Geschichte handelt vom Huhn Frieda. Frieda wurde aus einer Massentierhaltung gerettet und hat bei den Hakkens ein neues Zuhause gefunden. Frieda entwickelte sich zu einem propperen gesunden Huhn, mit viel Selbstbewusstsein, denn eines Tages verschwand sie und alle hoffen, dass sie ihre ultimative Freiheit gefunden hat.

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Ernährung als Ersatzreligion

“In Zeiten, in denen eine soziale Differenzierung bzw. Identifizierung des sozialen Status immer schwieriger wird und man den höher Gestellten nicht mehr eindeutig an Beruf, Schul/Ausbildung, Kleidung, Artikulation, Auto und Urlaubsziel ausmachen kann, bedarf es neuer Unterscheidungsmerkmale. Die intellektuelle Elite von heute isst bewusst, ökologisch und ökonomisch korrekt, regional und saisonal und unterscheidet sich dadurch von den unteren Schichten, die sich, so das gefühlte Unterscheidungsmerkmal, nur von Fast Food, Fertiggerichten und Softdrinks ernähren.”

Schon fast ein Jahr alt, aber immer noch gut und gültig, der Blogpost von hundertachtziggrad über Ernährung als Ersatzreligion.

 

Bioplastic Fantastic

Bioplastic Fantastic – Ein extrem spannendes Design Projekt von Johanna Schmeer.
Wie könnte unsere Nahrung in der Zukunft aussehen? Wie könnte künstliche Nahrung aussehen?
Basierend auf einer wissenschaftlichen Publikation, die in Aussicht stellt, dass Bioplastikzellen wie natürlich Zellen arbeiten könnten.

Was wir bei Essen wahrnehmen ist eine Kombination aus dem was wir sehen, spüren, riechen und schmecken.  Anstatt natürliche Nahrung zu imitieren braucht es vielleicht einen ganz neuen Ansatz bei der Herstellung von künstlicher Nahrung mit dem Schwerpunkt auf der optischen und haptischen Wahrnehmung.

Bioplastic Fantastic from Christian Schmeer on Vimeo.

Johanna Schmeer gibt mit ihrem Projekt einen Denkanstoß zum Thema Welternährung.