Aufschnitt- und Wurstschmuck

Beim Aufräumen meines Blogs habe ich zwei herrliche Sites wiederentdeckt. Zum einen Aufschnitt.net. Silvia Wald näht seit über 12 Jahren alle Arten von Wurstwaren und erstellt herrliche Produkte, wie z. B. Schinkenkissen, Bacon Schlafmaske, Wursthaarspangen, Herzhandytaschen oder Gehirnlaptoptasche. Eins meiner persönliche Highlights ist das Stillkissen Blutwurst mit Blutwurstringrassel.

Die andere Site ist von der Schmuck- und Objektdesignerin Stephanie Hensle, die Wurst- und Fleischschmuck kreiert. Wurstscheiben als Broschen, Rollbraten als Ohrringe.

 

Wie schmecken Gemälde?

Die südafrikanische EatDesignerin Caro de Waal hat zum zweiten Geburtstag des New Church Museum of Contemporary Art in Kapstadt eine Installation kreiert, bei der sie die abstrakten Gemälde in Food übersetzt hat. Inspiriert von den Farben und Formen der Bilder, hat sie Speisenkompositionen erstellt, die selber wie Kunstwerke scheinen, aber natürlich aufgegessen wurden.

 

 

Die ultimative Youtube Kochshow

Mit viel suck und fuck gibt es hier Anleitung für schlichte, bodenständige Gerichte. Oft garniert mit lustigen Animationen, wie z. B. die Verabschiedung der Frühstückseier voneinander.
Oder einfach nur sieben Wege eine Zwiebel zu hacken. (Und immer viel Wein trinken – auch zum Frühstück)

 

Bistro invitro

Das Bistro invitro ist ein spannendes Projekt, das sich mit der Vision von im Labor gezüchtetem Fleisch auseinandersetzt. Besonders daran ist, dass sowohl Köche, als auch Designer und Künstler daran beteiligt sind. Die Diskussion ist nicht wertend und beleuchtet alle Aspekte.

2014 wurde das invitro Cookbook mit futuristischen Rezepten publiziert. Es gab einen Wettbewerb, bei dem Kreative aus aller Welt aufgerufen waren, Rezepte und Produkte zu entwerfen. Das Buch wurde mit dem niederländischen Design Award ausgezeichnet.

Der erste In-vitro-Burger wurde von einem holländischen Forscherteam unter der Leitung von Mark Post zur Verfügung gestellt und am 5. August 2013 bei einer Pressedemonstration in London zubereitet und getestet. Auf Bistro invitro gibt es übrigens eine Anleitung, wie man sich das Fleisch für einen invitro Burger selber züchten kann.

Ein weiterer netter Gimmick: Man kann sich ein Menü zusammenstellen, und bekommt daraufhin eine kulinarische „Typberatung“ – ich bin offensichtlich ein „mindful bon vivant“. Man kann sich einen Platz im Bistro für das Jahr 2028 reservieren lassen und erhält damit eine Chance, ein invitro Kochbuch zu gewinnen.

Die vorgestellten Gerichte und Produkte reichen – zumindest der Abbildung nach – von „tja, warum eigentlich nicht“ bis zu „ach nein danke, mir ist schon schlecht“.

 

Food und Textildesign

Cecile Elisabeth Rudolph ist Textildesignerin.
Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Essen und Nahrungsmitteln und setzt sie in eine spannende Beziehung.
Textil, da denken die meisten sicher erst mal an Stoffe und Mode; Kleidung – unsere zweite Haut. Und im Zusammenhang mit Food, vielleicht an Tischdecken, Servietten Sets.

Cecile hat zwei verschiedene Ansätze:
Velbekomme’ – Guten Appetit auf Dänisch – beschäftigt sich u. a. mit der Verschwendung von Nahrungsmitteln, betont die Komplexität und Herausforderung mit Nahrungsmittelverschwendung auf der einen und die hohen Ansprüche an unsere Ernährung auf der anderen Seite.

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Vintage Food – 60ies

Emily Marshall ist Foodstylistin bei der ABC Serie “The Astronaut Wives Club”, die ich nicht kenne, aber den Bildern nach zu urteilen ist die genauso fabelhaft akribisch ausgestattet wie Mad Men oder Masters of Sex. Offensichtlich spielt Essen eine große Rolle in der Serie und die Aufgabe von Emily Marshall ist es, diese zum Teil unglaublichen Gerichte aus den sechziger Jahren zu kreieren. Sie beschreibt es selber so urkomisch, dass es eine helle Freude ist. Zum beispiel die Crown Roast of Frankfurters, ein Gericht der Weight Watchers (!).

Because it’s just a bizarre Weight Watchers recipe from 1969. Don’t ask
me how cabbage salad and hot dogs is diet food, but that’s what Weight
Watchers thought it was.

Man macht sich ja keine Vorstellung davon, was es bedeutet, Foodstylistin an einem Filmset zu sein. Sich ein passendes Gerichte auszudenken, wenn im Skript steht “Marge bereitet einen Snack zu” und auch die unterschiedlichen Gerichte und Zubereitungsarten, den Charakteren zuzuordnen.

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Ken + Julia Yotani

Die Installationen der beiden setzen sich mit dem Menschen, der Natur und seiner Umwelt auseinander. Sie bieten niedrigschwelligen Zugang und sprechen alle Sinne an. Seit 2010 arbeiten sie mit Salz und haben eine Technik entwickelt, mit der sie Abgüsse herstellen können.

Das Salz stammt aus dem Murray-Darling-Becken, was auch Australiens “Food-bowl” genannt wird, denn es ist die größte fruchtbare Region des Kontinents. Es werden dort jährlich 550.000 Tonnen Salz aus dem Grundwasser gepumpt.

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I wish there was a color for active listening.

Lesenswert: Der Tumblr drawingcircles von Alex Todaro über seine Diplomarbeit zum Thema EatingDesign mit vielen weiterführenden Links.  Kernstück der Arbeit ist ein interaktiver Esstisch, der die Kommunikation während des Essens visualisiert.

My recent research has led me down a strong path of theory and criticism. More specifically I’ve been looking into deconstructing objects into more nuanced criteria beyond aesthetics and functionality. “Para-functionality” is a form of design where function is used to encourage reflection on how products condition our behavior.

Para”Suggests design is within the realm of utility but goes beyond conventional definitions of functionalism to include the poetic. 

This idea begins to break down the barriers of Recognize: Respond. Implicitly ‘recognition’ denotes a form of relying on a previous understanding of an object and it’s relationship to different behaviors. An easy example is the telephone. Before the iphone, we could look at any phone and easily stereotype it’s behavior. However once the iphone was made, or any mobile telephone for that matter we could no longer simply recognize it, a transition into perception was necessary to modify our previously held beliefs allowing for new possibilities for our relationships with the object.

 

Daily Menue

Lustige Idee von Kahla: Für jedes Gericht einen eigenen, passenden Teller zu gestalten. Es gibt 7 Teller aka Gerichte zur Auswahl. Aber was ist, wenn die Woche rum ist?

Die Info von Kahla zu dem Projekt:

“In everyday life, the dishes that make up and define our basic
food are often a little archetypal: ham / macaroni, chicken / fries,
chop / peas, breaded fish / rice.
“Daily Menu” is a collection of biomorphic plates that plays
with these clichés and accompanies us throughout the week. These plates
function as recipe cards to suggest meal ideas when lack of inspiration
strikes. Each day has its plate and each dish his plate!“

Dangerous Minds spottet darüber und meine innere Hausfrau fragt sich, wie lange man wohl braucht, um die wieder richtig sauber zu kriegen.

Die Präsentation bei der verantwortlichen Agentur 5c5 ist sehr schön, aber insgesamt hat sich das Projekt von 2010 wohl nicht durchgesetzt.

Haptik, Mundgefühl und Werkzeug

Welche enorme Rolle Form, Farbe, Textur und Haptik beim Essen spielen, konnte man neulich hier nachlesen.

Aber auch das Esswerkzeug, sprich Besteck, spielt dabei ein große Rolle, wie Martin Kullik in einem sehr erhellenden Interview in der taz erläutert. Martin Kullik hat zusammen mit Jouw Wijnsma das Projekt Steinbeisser, das sich mit Esskultur beschäftigt.

Steinbeissers experimentelle Gastronomie findet vom 2. bis 5. Juli erstmalig in Berlin statt. Dort wird es ein veganes 5-Gänge-Menü geben, dass mit sehr speziellen Essgeräten des estnischen Eisenschmieds Nils Hint eingenommen wird.