Besteck „Homemade Schizophrenia“ von Firdaws Fourcroy

Das Besteck „Homemade Schizophrenia“ von Firdaws Fourcroy setzt sich mit dem auseinander, was normal ist und was nicht.

Fourcroy hat lange mit einer Person zusammengearbeitet, die zuerst als manisch-depressiv diagnostiziert war und der dann eine schizoaffektive Störung diagnostiziert wurde.

Zusätzlich zu Symptomen einer affektiven Störung wie Depression oder Manie treten hier Symptome aus dem schizophrenen Formenkreis wie Wahn oder Halluzinationen auf. [Wikipedia]

Fourcroy fand, dass der Fokus bei der Behandlung zu sehr auf dem „abnormalen“ Verhalten der Patientin lag, anstatt auf dem Schmerz, den sie empfand und wo die Ursachen lagen. Es ging nur darum, ihr Verhalten zu „normalisieren“
Das war der Ausgangspunkt zu überlegen, was wir als normal definieren.

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Portion Distortion

Und wieder ein spannendes Projekt, das sich damit auseinandersetzt, wie sich Esswerkzeuge und Geschirr auf Essgewohnheiten und die Art des Essens auswirken: Portion Distortion vom niederländischen/mexikanischen Designstudio José de la O, erarbeitet von Dafne Ríos, beruht auf verschiedenen psychologischen Studien zum Thema Essstörung.

Maze Cover
Ein transluzender Deckel mit einem „Labyrinth“ verlangsamen das Essen und verhindern das reinschaufeln. Da das Gehirn ca. 20 Minuten baucht, um festzustellen, dass man satt ist, wird oft mehr gegessen, als der Körper braucht.

Portion Proportion
Die gepunkteten Muster auf Tellern und Schüsseln geben eine Referenz zur Portionsgröße (eine Hand voll), die Farben beziehen sich auf Proteine, Rohkost, Kohlenhydrate und Zucker.

Forks of Excess
Forschungen haben ergeben, dass eine schwere Metallgabel das Essen qualitativ hochwertiger erscheinen lässt, als beispielsweise Palstikbesteck. Es scheint, als würde sich die Qualität des Bestecks auf das Essen übertragen. Auch die Größe des Bestecks spielt eine Rolle. So wurde in Restaurants beobachtet, dass mit kleinem, zierlichem Besteck mehr gegessen wurde, als mit großem. Unter Laborbedingungen, wo die Testpersonen für das Essen nicht zahlen mussten, war es genau andersherum.

Hier wird das Projekt etwas ausführlicher besprochen (englisch).

 

I wish there was a color for active listening.

Lesenswert: Der Tumblr drawingcircles von Alex Todaro über seine Diplomarbeit zum Thema EatingDesign mit vielen weiterführenden Links.  Kernstück der Arbeit ist ein interaktiver Esstisch, der die Kommunikation während des Essens visualisiert.

My recent research has led me down a strong path of theory and criticism. More specifically I’ve been looking into deconstructing objects into more nuanced criteria beyond aesthetics and functionality. “Para-functionality” is a form of design where function is used to encourage reflection on how products condition our behavior.

Para”Suggests design is within the realm of utility but goes beyond conventional definitions of functionalism to include the poetic. 

This idea begins to break down the barriers of Recognize: Respond. Implicitly ‘recognition’ denotes a form of relying on a previous understanding of an object and it’s relationship to different behaviors. An easy example is the telephone. Before the iphone, we could look at any phone and easily stereotype it’s behavior. However once the iphone was made, or any mobile telephone for that matter we could no longer simply recognize it, a transition into perception was necessary to modify our previously held beliefs allowing for new possibilities for our relationships with the object.

 

Haptik, Mundgefühl und Werkzeug

Welche enorme Rolle Form, Farbe, Textur und Haptik beim Essen spielen, konnte man neulich hier nachlesen.

Aber auch das Esswerkzeug, sprich Besteck, spielt dabei ein große Rolle, wie Martin Kullik in einem sehr erhellenden Interview in der taz erläutert. Martin Kullik hat zusammen mit Jouw Wijnsma das Projekt Steinbeisser, das sich mit Esskultur beschäftigt.

Steinbeissers experimentelle Gastronomie findet vom 2. bis 5. Juli erstmalig in Berlin statt. Dort wird es ein veganes 5-Gänge-Menü geben, dass mit sehr speziellen Essgeräten des estnischen Eisenschmieds Nils Hint eingenommen wird.

 

Arts & Foods. Rituals since 1851

Diese Ausstellung in Mailand im Rahmen der Expo scheint ein Knüller zu sein.

Kuratiert von Germano Celant, folgt die Ausstellung chronologisch ab 1851,  dem Jahr der ersten Weltausstellung in London, den Themen von Zubereitung, Verkauf und dem Teilen von Essen. in über 15 Räumen werden Orte an denen gegessen wir und die Präsentation von Speisen gezeigt. Anhand von Gemälden, Möbeln, Skulpturen, Fotografien, Menükarten, etc.

“Arts & Foods offers an exploration of the special bond between the visual arts and the topic of food
and of eating together in positive terms, both to reveal rituals and
specificity, and to emphasize any idiosyncrasies or problematic areas.“

“The project encompasses moments and themes of the rupture and progress
that the arts offer as a reading of the history and evolution of food
and nutrition. Set in a wide-ranging scenario it traces areas of
continuous crossover and contact between the visual arts and various segments of the industrial arts and mass culture.“

 

Nachtrag: Stelle gerade fest, dass die Ausstellung nicht besonders gut besprochen ist. Aber nojo … wenn man eh schon mal in Mailand wäre … und das eine oder andere Exponat würde ich schon gerne mal sehen.

Howard Sullivan: Expect Your Future Food Entertainment Agenda to be Experiential

Howard Sullivan: Expect Your Future Food Entertainment Agenda to be Experiential

In the 90s, food was deconstructed. In the noughties, food became gastronomic and experimental (cue Heston eating food with headphones playing sounds from the sea).

We’re now part of a really exciting generation where food is becoming fully immersive and experiential. I was inspired by Sean Rogg’s The Waldorf Project to check out what the latest food experiences were and
where our culinary adventures may take us in the future.

Der dritte Teil soll 2016 stattfinden. Man hat festgestellt, dass dieser Teil konzeptionell so ambitioniert ist, dass es eines Testdurchlaufs bedarf.

Waldorf Project E.R.L. for Chapter Three/FUTURO from sean rogg

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SilikonValley – ein soziales Plastik

Vom 19.-22. Februar 2015 war im Matjö die Ausstellung  Silikonvalley – ein soziales Plastik zu sehen. Die vier Künst­le­rinnen Liza Dieck­wisch, Julia Gruner, Klara Kayser und Palina Vetter, die an der Kunst­aka­demie Düsseldorf bei Katharina Grosse und Andreas Gursky studieren, verwandelten den Projektraum des BBK  in eine begehbare Plastikwelt.

Eine Auseinandersetzung mit Material, Farbe und  Oberfläche.

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Eatingdesignerin Marije Vogelzang

Ich weiss nicht mehr, wie und wo ich auf Marije Vogelzang aufmerksam wurde, aber ich war vom ersten Moment an von Ihrer Arbeit fasziniert.

Marije Vogelzang ist Produkt-Designerin und hat sich für „Food“ als ihr Arbeitsmaterial entschieden. Sie bezeichnet sich selber als Eating Designerin und nicht als Food-Designerin, denn Lebensmittel seien schon von der Natur gut designt.

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